PPS am CSE

Prozess- und Anlagensicherheit

Wie sicher sind unsere technischen Anlagen – wie sicher können sie sein?

Mensch und Umwelt vor den Gefahren durch technische Anlagen schützen – darum geht es in der Prozess- und Anlagensicherheit (PPS – process and plant safety). Technik ganz ohne Risiken gibt es nicht. Doch welche Risiken sind zulässig? Wie schützt man sich vor Gefahren?

PPS gibt es seit über 100 Jahren. Die Techniken sind immer feiner geworden. Heute geht man sehr systematisch vor, um Gefahren abzuwenden. Es gibt international anerkannte Vorgehensweisen. Risikoanalysen werden durchgeführt und daraus Schutzmaßnahmen abgeleitet. Erst sind alle möglichen Gefahren zu bestimmen und zu bewerten. Das beginnt bei den Gefahrstoffen und gefährlichen chemischen Reaktionen. Diese werden meist experimentell in Labors untersucht. Für den Fall, dass es eine Störung im Betrieb gibt, werden Drücke, Temperaturen und Ströme überwacht.

PPS ist der Schutz von Mensch und Umwelt vor Gefahren von technischen Anlagen.

Einige Anlagen sind so sicher gebaut, das selbst bei einer Störung keine Gefahren drohen. Solche Anlagen sind inhärent sicher. Bei den meisten technischen Anlagen müssen jedoch zusätzlich Sensoren mit einer sehr großen Zuverlässigkeit installiert werden (PLT-Schutzmaßnahmen) oder Sicherheitsventile bzw. Berstscheiben (End-of-Pipe-Technologie), um die Anlage abzusichern. Dabei sind grundsätzlich mehrere unabhängige Schutzmaßnahmen zu wählen (Layer-of-Protection-Konzept), damit eine technische Anlage als sicher gilt.

Für die Auswahl von Schutzmaßnahmen ist die Risikoproportionalität zu beachten.

Grundsätzlich gilt: je größer die Auswirkungen eines möglichen Ereignisses in einer technischen Anlage sein können, desto höher sind die Anforderungen an die Schutzmaßnahmen. Dieses Vorgehen heißt Risikoproportionalität.

PPS_Layer-of-protection

Wenn ein Sicherheitsventil oder eine Berstscheibe anspricht, müssen die Gefahrstoffe sicher aufgefangen und anschließend entsorgt werden. Abscheider, Quenche, Tauchungen etc. werden als technische Apparate nachgeschaltet. Gefährliche Gase dürfen nur dann in die Umgebung abgeleitet werden, wenn die zulässigen Grenzwerte nicht überschritten werden. Dies ist nachzuweisen.

Sicherheitstechniker im Bereich PPS sind zuständig für die:

  • Gefahren- und Risikoanalysen,
  • die Berechnung von Auswirkungen bei Ereignissen,
  • sie müssen Gefahrstoffe und gefährliche chemische Reaktionen beurteilen,
  • die Prozesse in druckführenden Apparaten mit Rechenprogrammen simulieren,
  • Schutzeinrichtungen auslegen,
  • Rückhalteeinrichtungen bemessen,
  • die Ausbreitung von Gefahrstoffen in der Umgebung berechnen,
  • Schutzmaßnahmen vorgeben bzw. vorhandene beurteilen.

Die Arbeit eines Sicherheitstechnikers ist so vielfältig wie die Technik selbst.

Es gehört ein hohes Maß an Verantwortung dazu, die richtigen Schutzmaßnahmen zu bestimmen, auch wenn viele Parameter bei Berechnungen nur unsicher abzuschätzen sind. Mit den Unsicherheiten muss man umgehen lernen.

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